Ein kennt Ihr Unternehmen nicht. Damit es trotzdem über Ihre Produkte,
Handbücher oder Kundenfälle Auskunft geben kann, bekommt es das passende Wissen für jede Antwort vorgelegt.
Dafür gibt es drei Grundtechniken: nachschlagen, wiederverwenden und verknüpfen.
Diese Seite zeigt Schritt für Schritt, wie sie funktionieren, wann welche passt und wo vereinfachte Infografiken
zu viel versprechen.
Recherche-Stand 15. Oktober 202617 Quellen geprüft33 Begriffe erklärt
iBegriffe mit gepunkteter Linie, etwa , erklären sich beim
Darüberfahren, Antippen oder per Tastatur.
RAGNachschlagenWelche Informationen sind relevant?
CAGWiederverwendenWelche Vorarbeit kann entfallen?
KAGVerknüpfenWie hängen die Fakten zusammen?
+ kombinierbar
00 / Die Idee in einer Minute
Stellen Sie sich eine brillante neue Kollegin vor.
Sie formuliert hervorragend und weiß viel über die Welt, kennt aber Ihr Unternehmen nicht: keine Produkte, keine
Verträge, keine Kundenfälle. Genau so geht es einem Sprachmodell. Es gibt drei Grundtechniken, ihm Ihr Wissen
zugänglich zu machen:
RAGNachschlagen
Retrieval-Augmented GenerationAntworten, ergänzt um gezielt abgerufenes Wissen
„Sie schlägt bei jeder Frage im Archiv nach und bringt nur die Seiten mit, die wirklich passen.“
Die Frage dahinter
Welche Informationen sind relevant?
Stark bei
große, sich ständig ändernde Bestände
CAGWiederverwenden
Cache-Augmented GenerationAntworten auf Basis eines vorbereiteten, zwischengespeicherten Kontexts
„Sie hat das Handbuch bereits durchgearbeitet und aufgeschlagen vor sich. Für die nächste Frage muss sie es nicht neu lesen.“
Die Frage dahinter
Welche Vorarbeit kann entfallen?
Stark bei
kleine, stabile Unterlagen mit vielen Wiederholungsfragen
KAGVerknüpfen
Knowledge Augmented GenerationAntworten über strukturiert verknüpftes Wissen
„Sie arbeitet mit einem Organigramm und folgt den Verbindungslinien von Fakt zu Fakt, statt Texte zu durchsuchen.“
Die Frage dahinter
Wie hängen die Fakten zusammen?
Stark bei
Abhängigkeiten, Zuständigkeiten und Fachregeln
Die wichtigste Klarstellung
Keiner der drei Wege bringt dem Modell etwas dauerhaft bei. Das Wissen liegt nur für die jeweilige Antwort auf dem Tisch, die bleiben unverändert. Dauerhaft „lernen“ würde das Modell erst durch Training (). Und die drei Wege schließen sich nicht aus: Suche, , Caching und strukturierte Daten lassen sich kombinieren. [1][3]
Wechseln Sie die Methode und gehen Sie den Ablauf Schritt für Schritt durch. Alle Varianten arbeiten mit
denselben drei Quellen, von denen nur zwei relevant sind.
Erst suchen, dann antworten.
Eine Suche wählt die passenden Textstellen aus. Ein kann die Treffer nachsortieren; das Modell formuliert daraus die Antwort.
Im AlltagWie eine Kollegin, die vor jeder Antwort kurz im Archiv nachschlägt.
Suche & Auswahl
BeispielfrageWelches Team ist für das Produkt Atlas zuständig?
Wissensbasis
Quelle A · ProduktregisterindexiertAtlas gehört zum Bereich Nord.
Quelle B · OrganigrammindexiertTeam Blau betreut den Bereich Nord.
Quelle C · anderes ThemaindexiertDie Kantine öffnet um 12 Uhr.
Suche & Auswahl
Suchindex bereit
Wortsuche · Bedeutung · Filter
Antwort
Wissen wird vorbereitetDie Antwort erscheint im letzten Schritt.
Schritt 1 von 4
Vorab werden die Dokumente durchsuchbar gemacht: in Abschnitte zerlegt, nach Wörtern indexiert und als gespeichert, also als „Bedeutungs-Fingerabdrücke“. Dazu kommen wie Datum oder Abteilung.
Illustrative Simulation · keine echte Modellantwort · keine gemessenen Geschwindigkeiten · Grundlage: [4] · [5]
Worauf es ankommtEine Frage mit mehreren Schritten braucht mehrere passende Belege. Die findet man über Textsuche, langen Kontext, Werkzeuge oder einen Graphen; ein ist dafür keine Pflicht. [5]
02 / Vergleich
Was macht welcher Baustein?
„Gut geeignet, wenn …“ ist ehrlicher als ein pauschales „das Beste für“. Am Ende entscheidet die Aufgabe.
Retrieval-Augmented Generation
Wissen bei Bedarf suchen.
So funktioniert's
1Quellen erschließen
2gezielt suchen
3Treffer ordnen
4mit Belegen antworten
Gut geeignet, wenn
Der Bestand ist groß oder ändert sich oft. Die Suche kann Wörter, Bedeutung, und Werkzeuge nutzen.
Typische Frage
„Welche Änderung steht in der neuesten Produktdokumentation?“
AchtungFehlende Treffer, veraltete Quellen und falsche Schlüsse bleiben möglich. [4]
Cache-Augmented Generation, hier nach Chan et al.
Vorbereiteten Kontext wiederverwenden.
So funktioniert's
1begrenzte Wissensbasis vorladen
2Vorarbeit speichern (KV-Cache)
3Folgefragen darauf aufsetzen
Gut geeignet, wenn
Viele Fragen beziehen sich auf einen stabilen Bestand, der komplett ins passt.
Typische Frage
„Beantworte viele Fragen zu diesem unveränderten Handbuch.“
Achtung sparen das Einlesen. Neue Fragen und Antworten kosten weiterhin Rechenzeit. [1][3]
Knowledge Augmented Generation, hier das KAG-Framework
Fakten strukturiert verknüpfen.
So funktioniert's
1Graph und Text verbinden
2Frage in Teilschritte zerlegen
3Suche, Regeln und Schlüsse kombinieren
Gut geeignet, wenn
Es zählen fachliche Beziehungen, Regeln, Fristen oder Mengen, und die Datenstruktur wird verlässlich gepflegt.
Typische Frage
„Welche Produkte hängen über Lieferanten von diesem Bauteil ab?“
AchtungFalsch erfasste Knoten, Beziehungen oder Regeln verfälschen die Antwort. Die Struktur braucht Pflege. [2]
Auf einen Blick
Typische Tendenzen, keine Messwerte
RAGCAGKAG
Wann wird gearbeitet?Bei jeder Frage wird gesucht.Einmal vorab, danach wird wiederverwendet.Vorab wird Struktur aufgebaut, bei der Frage werden Pfade verfolgt.
Wie viel Wissen?Praktisch beliebig viel; gelesen wird nur der gefundene Ausschnitt.Nur so viel, wie ins Kontextfenster passt und dort gut genutzt wird.So viel, wie sich sauber strukturieren und pflegen lässt.
Wenn sich etwas ändertIndex aktualisieren, die nächste Frage sieht den neuen Stand.Vorbereiteten Kontext neu aufbauen.Knoten und Beziehungen nachpflegen.
Typische FehlerquelleDer entscheidende Beleg wird nicht gefunden.Ein Detail geht im langen Kontext unter.Eine Beziehung ist falsch erfasst.
Die drei Begriffe sind nicht gleichrangig: ist eine breite Familie von Verfahren, meint hier eine konkrete Vorlade- und Cache-Strategie, ein bestimmtes Framework. und KAG sind verwandt, aber nicht dasselbe. [7]
03 / Missverständnisse
Anschaulich. Aber oft zu absolut.
Viele Infografiken stellen RAG, CAG und KAG als drei konkurrierende Lösungen dar. Die Grundideen stimmen, die
Grenzen dazwischen nicht ganz. Und bei Tempo und Verlässlichkeit wird oft mehr versprochen, als die Forschung
belegt.
6 verbreitete Aussagen im Faktencheck
Mythos„RAG, CAG und KAG bringen dem Modell neues Wissen bei.“
Richtig ist
Im Alltag verständlich, aber ungenau. Die drei Wege legen dem Modell Wissen für die aktuelle Aufgabe vor, wie Unterlagen auf dem Schreibtisch. Gewöhnliche Suche und ändern die nicht. Nur das umfassendere KAG-Framework kann zusätzlich Modelltraining enthalten. [1][2]
Mythos„RAG heißt: Text zerschneiden, Embeddings bilden, ähnlichste Stücke holen.“
Richtig ist
Das ist nur die einfachste Variante. Gute kombinieren (findet exakte Produktnummern und Fachbegriffe), , Filter und . Wer jedem Textabschnitt etwas Kontext mitgibt, verhindert, dass beim Zerschneiden der Sinn verloren geht. [4]
Mythos„CAG speichert die Antwort und antwortet sofort.“
Richtig ist
Gespeichert wird die Vorarbeit des Modells zum Text (), keine fertige Antwort. Das spart das erneute Einlesen eines gleichbleibenden . Die neue Frage und die Antwort werden weiterhin berechnet. Cache-Laufzeiten, Änderungen am Text und Anbieterregeln bestimmen, wie viel das bringt. [3]
Mythos„Wenn alles ins Kontextfenster passt, ist CAG immer die beste Wahl.“
Richtig ist
Ein großes heißt nicht, dass das Modell jedes Detail darin zuverlässig nutzt. Ebenso zählen: Wie oft wird dieselbe Grundlage abgefragt? Wie gut ist der Text? Was kosten Speicher und Antworten? Schon das CAG-Paper beschränkt sich bewusst auf überschaubare Wissensbestände. [1][6]
Mythos„Fragen mit mehreren Denkschritten brauchen KAG.“
Richtig ist
Mehrstufige Fragen gehen auch ohne : Ein kann die Frage zerlegen, fehlende Fakten nachschlagen und Belege zusammenführen. KAG lohnt sich vor allem, wenn ausdrückliche Beziehungen und Fachregeln den Pflegeaufwand rechtfertigen. [2][5]
Mythos„Ein Graph liefert nachvollziehbare und damit richtige Antworten.“
Richtig ist
Ein sichtbarer Pfad zeigt, wie die Antwort zustande kam. Er beweist aber weder, dass die Ausgangsfakten stimmen, noch, dass der Schluss korrekt ist. Quellenbelege und belastbare bleiben Pflicht, und Graph-Varianten unterscheiden sich stark im Aufbauaufwand. [7][9]
04 / Entscheidungshilfe
Was soll Ihr System können?
Drei Fragen, ein begründeter Startpunkt. Die Empfehlung passt sich sofort an, wenn Sie eine Antwort ändern.
Sinnvoller Startpunkt
Hybrides RAG als Ausgangspunkt
Ein großer Bestand wird gezielt durchsucht. Kombinieren Sie Wortsuche und Bedeutungssuche, nutzen Sie Metadaten und prüfen Sie, ob Reranking den Abruf verbessert.
hybrid suchen
→Treffer ordnen
→belegt antworten
Beteiligte Bausteine
beteiligt: Suche (RAG)
nicht beteiligt: Kontext & Cache
nicht beteiligt: Struktur (Graph/KAG)
nicht beteiligt: Agentische Schritte
nicht beteiligt: SQL / APIs
nicht beteiligt: Gedächtnis
Worauf achtenIndex und Quellen zeitnah aktualisieren und den Quellenstand im Ergebnis sichtbar machen.
Vor der Entscheidung messen
Findet das System die richtigen Belege, und passt die Antwort zu ihnen?
Sagt es ehrlich „weiß ich nicht“, wenn Fakten fehlen?
Ist der Wissensstand aktuell?
Was kostet eine erfolgreiche Antwort?
Wie schnell erscheint das erste Wort, und wie lange dauert die ganze Antwort?
Wie viel Aufwand machen Index und Pflege?
Am besten mit eigenen, typischen Fragen, gleicher Datenbasis und vergleichbarem Budget testen. [9]
Redaktionelle Faustregel als begründeter Startpunkt, kein gemessener Benchmark.
05 / Werkzeugkasten
Mehr als drei Bausteine.
RAG, CAG und KAG sind nur ein Ausschnitt. Kein Verfahren ist überall das beste; diese Methoden sind sinnvolle
Kandidaten, je nach Daten, Aufgabe und Budget.
01Praktische Basis
Hybride Suche mit Kontext
Wortsuche und kombinieren, jedem Textabschnitt etwas Kontext mitgeben, Treffer filtern und nachsortieren. Das ist der Maßstab, an dem sich aufwendigere Systeme messen lassen müssen.
Passt zuDokumentenwissen, Fachsprache, Artikel- und Produktnummern [4]
02Direkter Kontext
Langer Kontext + Prompt-Caching
Relevante Dokumente direkt mitgeben und den immer gleichen Anfang cachen, wo der Anbieter das unterstützt. Merksatz: Langer Kontext ist die Strategie, die Spartechnik.
Passt zubegrenzte, oft wiederverwendete Unterlagen [3]
03Struktur & Beziehungen
GraphRAG, KAG & Graph-Varianten
Beziehungen gezielt erschließen oder die großen Themen eines Bestands finden. Die Graph-Methode muss zur Frage passen: Regeln prüfen ist etwas anderes, als einen Bestand zusammenzufassen.
Das System bildet Teilfragen, sucht mehrfach und prüft, welche Belege noch fehlen. Jeder zusätzliche Schritt kostet und kann neue Fehler einführen, deshalb gehören feste Abbruchregeln dazu.
Passt zuoffene Recherchen über mehrere Quellen [5]
05Exakte Operationen
SQL, APIs & Rechenwerkzeuge
Für Summen, Filter und aktuelle Systemwerte rechnet nicht das Sprachmodell, sondern ein Werkzeug. Das Modell übersetzt nur die Frage in eine Abfrage; Schema und Abfrage müssen stimmen.
Wichtige Notizen oder Fallstände über Sitzungen hinweg aufbewahren und gezielt wieder abrufen. Das ist etwas anderes als Caching: Veraltetes und Widersprüchliches muss aktiv gepflegt werden.
Einfache Fragen einfach beantworten, nur bei Bedarf Suche oder weitere Schritte zuschalten. Such- und Formulierungsfehler getrennt untersuchen. Einzelne Cache-Abschnitte wiederzuverwenden ist deutlich anspruchsvoller als normales Prefix-Caching.
Wissen kann auch in trainierten Zwischenspeichern oder direkt in den Modellparametern abgelegt werden. Das hat eigene Kosten für Training, Speicher und Qualität und ist kein gewöhnliches Prompt-Caching.
Passt zugezielte Fachanpassung, wenn Tests den Bedarf belegen [11]
Neuer Ansatz im Realitätscheck
Ergibt OXID-DB Sinn?
Closed Beta · Research Preview
Die Idee ist plausibel.
Laut Anbieter verbindet eine gemeinsame ID je Objekt drei Dinge: ein Regelwerk (), die Dokumentdaten und den . Die Abfragesprache OxQL kombiniert logische Bedingungen mit Ähnlichkeitssuche. [15]
„Finde ähnliche Bauteile, aber nur solche, die nach meinen Regeln zur zulässigen Produktklasse gehören.“
Einordnung: , ein möglicher Baustein für RAG oder KAG. Caching bleibt eine separate Ergänzung.
Die Belege sind noch begrenzt.
Die technische Referenz beschreibt genau eine Abfragevariable und keine Verknüpfungen über mehrere Variablen. Komplexe Pfade brauchen deshalb mehrere Schritte. [15]
Der eigene Banking77-Test meldet 84,9 % Intent-Genauigkeit. Die oft zitierten 97 % gelten nur für gröbere Weiterleitungs-Kategorien und nur für die angenommenen Fälle; 8 % werden an Menschen weitergereicht. Kein kontrollierter Vergleich mit Jev. [16]
Im Doom-Versuch wird eine einfache nicht übertroffen. Der Autor nennt selbst technische Grenzen. [17]
Urteil
Sinnvoll für einen gezielten Pilot, noch kein belegter allgemeiner Vorsprung.
In den geprüften öffentlichen Unterlagen fand sich keine unabhängige und kein verlinkter, vollständiger Code zum Nachrechnen. Die Demo zeigt einen funktionierenden Suchpfad; sie belegt weder Produktionsreife noch einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber starken .
So sähe ein aussagekräftiger Pilot aus
1
Gleiche Daten, Embeddings, Regeln und Fragen verwenden.
2
Gegen Hybrid-RAG mit Reranker, Vektorsuche mit Filtern und Vektorsuche plus einfacher Regelkomponente antreten lassen.
3
Belegabruf, Regelverletzungen, korrekte Antworten und ehrliche gemeinsam messen.
4
Aktualisierungskosten, , parallele Zugriffe und das Zurücknehmen falscher Fakten prüfen.
Die Testempfehlung ist unsere Synthese. Produktstatus laut Anbieter; Anbieterunterlagen abgerufen am 15.10.2026: OxQL · Sensory · Surface · Produktstatus
06 / Forschung & Quellen
Aktuell. Und eingeordnet.
Jede Quelle mit Kernaussage und ehrlicher Einordnung. Die neuesten aufgenommenen arXiv-Arbeiten stammen vom
6. und 9. Oktober 2026; ältere Originalarbeiten erklären die Begriffe.
Don't Do RAG: When Cache-Augmented Generation is All You Need for Knowledge Tasks
Definiert die hier verwendete CAG-Variante: eine begrenzte Wissensbasis einmal vorladen und ihre Rechenzustände (KV-Cache) für weitere Fragen nutzen.
EinordnungGetestet mit Llama 3.1 8B, verkleinerten SQuAD- und HotpotQA-Beständen und einfachen Such-Vergleichssystemen. Kein Beleg, dass CAG modernes RAG generell übertrifft.
KAG: Graph, Text und fachliche Operationen verbinden
KAG: Boosting LLMs in Professional Domains via Knowledge Augmented Generation
Verknüpft Wissensgraphen mit Originaltext, Vektorsuche und einer durch logische Formen gesteuerten Verarbeitung. Das Framework umfasst auch das Verbessern der Modellfähigkeiten selbst.
EinordnungDie berichteten Gewinne gelten für die untersuchten Aufgaben. Explizite Struktur ersetzt keine Faktenprüfung und ist nicht für jede Frage nötig.
Prompt-Caching: Was tatsächlich wiederverwendet wird
Prompt caching
Dokumentiert, dass bereits berechnete Zustände eines übereinstimmenden Anfangs (Präfix) wiederverwendet werden. Neue Eingaben und die Antwort werden weiterhin verarbeitet.
EinordnungKeine neue Publikation, sondern laufende Doku. Wie lange ein Cache gilt, welche Modelle ihn unterstützen und was er kostet, regelt jeder Anbieter anders.
Kombiniert Kontext je Textabschnitt, Wortsuche (BM25), Bedeutungssuche und Reranking. Die gemeldete Fehlerrate beim Abruf der Top-20-Treffer sinkt von 5,7 % auf 1,9 %.
EinordnungDas betrifft den Abruf in Anthropics Experimenten, nicht eine allgemeine Verbesserung der Antwortgenauigkeit um 67 %.
Unlocking dependable responses with Gemini Enterprise Agent Platform's Agentic RAG
Zerlegt Fragen, wählt Quellen, sucht und prüft die Beleglage in Schleifen. Google berichtet 90,1 % korrekte Antworten im eigenen Versuch über mehrere Wissensbestände (FramesQA).
Einordnung824 Fragen, 2.676 PDFs plus Ablenkungsbestände, bewertet von einem Sprachmodell. Kein allgemeiner Genauigkeitswert und kein Beleg für Vorteile bei jeder Aufgabe.
Empfiehlt gezieltes Nachladen, hybride Kontextstrategien, Verdichtung und dauerhafte Notizen. Nicht alles, was ins Kontextfenster passt, wird gleich gut genutzt: Je voller es wird, desto leichter gehen Details unter.
EinordnungPraxisbericht. Mehr Erkundung kostet Zeit; zu starkes Verdichten kann entscheidende Informationen entfernen.
LazyGraphRAG: Setting a new standard for quality and cost
Verlagert teure Vorverarbeitung in den Moment der Anfrage und beantwortet auch globale Fragen über einen ganzen Bestand. Graph-Ansätze haben sehr unterschiedliche Kostenprofile.
EinordnungVergleiche hängen von Konfiguration und Datensatz ab. Nicht jeder Graph-Ansatz braucht dieselbe teure Vorberechnung; GraphRAG ist nicht dasselbe wie KAG.
Dreaming: Erinnerungen über Sitzungen hinweg pflegen
Hintergrundprozesse fassen relevante Erinnerungen aus dem Gesprächsverlauf zusammen. Ein Beispiel für dauerhaftes Gedächtnis als eigenen Baustein neben Suche und Caching.
EinordnungPersönliche Kontinuität ist eine andere Aufgabe als Unternehmenssuche. Produktbeschreibung, kein unabhängiger Methodenvergleich.
[9]arXiv · Workshop-Annahme laut Autoren06.10.2026
ETH Zürich · Agentic Systems Lab
Agentic AutoRAG: die Pipeline gezielt optimieren
Agentic AutoRAG: RAG Pipeline Optimization through Reasoning-Driven Agents
Ein Optimierungs-Agent trennt Such- von Formulierungsfehlern und sucht nach günstigen Einstellungen. Das stützt die Idee, die Auswahl anhand eigener Tests zu treffen.
EinordnungAgentisch ist hier nur der Optimierer; die getestete Pipeline sucht einmalig. Bewertung durch ein Sprachmodell und unvollständige Betriebskosten begrenzen die Aussage.
KV-Repurpose: A Testbed for Evaluating Non-Prefix KV-Cache Reuse
Testet, ob separat gecachte Abschnitte wiederverwendet werden können. Im untersuchten Lastprofil steigt die Cache-Trefferrate, und die Zeit bis zum ersten Token sinkt.
EinordnungEin Modell, kontrollierte Lastprofile. Naives Wiederverwenden einzelner Abschnitte schwächelt, wenn über mehrere Dokumente hinweg geschlossen werden muss.
Where Should a Document Live: Context, Representations, or Parameters?
Vergleicht drei Ablageorte für Wissen (Kontext, trainierte KV-Repräsentationen, angepasste Modellparameter) auf fünf Wissens-Benchmarks. Jede Option hat andere Kosten für Qualität, Speicher und Anpassung.
EinordnungNur Qwen3-8B und Gemma-3-12B, kein universeller Sieger. Gelernte „Cartridges“ sind kein normales Prompt-Caching und zeigen Einbußen bei Kontrollaufgaben.
RAFT: A Stateful Retrieval-Augmented Framework for Troubleshooting Agents
Erschließt historische Supportfälle als zeitliche Abfolge. Die Suche nach Zwischenständen verbessert im untersuchten Aufbau den Fallabruf gegenüber RAG- und GraphRAG-Vergleichssystemen.
EinordnungSynthetischer Haupttest plus kleine reale Ergänzung. Misst den Abruf, nicht ob Probleme tatsächlich gelöst werden. Nicht zu verwechseln mit „Retrieval-Augmented Fine-Tuning“, das ebenfalls RAFT heißt.
VikingRAG: Accurate and Token-efficient Retrieval-augmented Generation over Structured Documents
Verbindet Dokumenthierarchien, Bedeutungssuche, eine Prüfung fehlender Belege und das Wiederverwenden erfolgreicher Suchpfade. Interessant als Ergänzung zur reinen Ähnlichkeitssuche.
EinordnungGemeldete Token-Einsparungen gelten gegenüber ausgewählten Vergleichssystemen. Der Vorbereitungsaufwand für historische Fragen fehlt in den Abfragekosten der stärkeren Variante.
CoinRAG: Contextualized Information Nugget KV Cache Reuse for Long-Context RAG
Sucht kleine Informationseinheiten und verwendet deren vorberechnete Zustände direkt. Ein aktueller Beleg dafür, dass RAG und Caching kombinierbar sind.
EinordnungBraucht Offline-Vorverarbeitung, Speicher und spezielles Fine-Tuning. Am besten für selten veränderte Dokumente; dass getrennt verarbeitete Teile nicht aufeinander Bezug nehmen, begrenzt den Einsatz.
Beschreibt Ontologie-Klassifikation und Vektorsuche mit gemeinsamen IDs. Dokumentiert unter anderem genau eine Abfragevariable, keine Joins über mehrere Variablen und den Umgang mit unterschiedlich selektiven Filtern.
EinordnungAnbieterquelle. Breite Filter können auf überabgerufenen Kandidaten arbeiten; das relativiert pauschale Werbeaussagen gegen nachträgliches Filtern.
Banking77: Intent- ist nicht gleich Queue-Genauigkeit
Same Benchmark as Jev. Every Decision Names Its Rule.
Few-shot-Test auf 3.080 Nachrichten: 84,9 % Intent-Genauigkeit, 8 % an Menschen weitergereicht. Unter den angenommenen Fällen: 88,4 % Intent- und 97 % (gröbere) Queue-Genauigkeit.
EinordnungKein kontrollierter Vergleich mit Jev. Isoliert keinen Vorteil der Datenbank gegenüber derselben Klassifikation mit einfacher Regellogik.
Oxid plays Doom: transparente Grenzen statt Siegesnachweis
Oxid Plays Doom
Zeigt bearbeitbare, nachvollziehbare Entscheidungen, meldet aber keinen Sieg über eine einfache Heuristik. Vektor-Erinnerungen steuern die Entscheidungen hier nicht.
EinordnungKleines Experiment mit drei Episoden je Konfiguration. Der Autor nennt selbst Grenzen, unter anderem globale Klassifikation, keine schrittweise Rücknahme und Probleme bei parallelen Zugriffen.
LeseschlüsselEine Veröffentlichung auf ist noch keine Begutachtung durch Fachkollegen; eine im Paper genannte Konferenz-Annahme ist gesondert vermerkt. Laborberichte und Produktdokumentation sind Primärquellen für die jeweilige Methode, aber kein unabhängiger Wirksamkeitsnachweis. Veröffentlichungs- und Abrufdatum stehen getrennt.
Erst die Frage verstehen. Dann die Bausteine wählen.
Für viele Anwendungen ist eine Kombination der beste Startpunkt: aktuelle Belege suchen, wiederkehrenden Kontext
cachen und Struktur oder zusätzliche Suchschritte dort einsetzen, wo sie nachweislich helfen.