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Wissensatlas · KI mit Firmenwissen

RAG, CAG & KAG Drei Bausteine. Kein Entweder-oder.

Ein kennt Ihr Unternehmen nicht. Damit es trotzdem über Ihre Produkte, Handbücher oder Kundenfälle Auskunft geben kann, bekommt es das passende Wissen für jede Antwort vorgelegt. Dafür gibt es drei Grundtechniken: nachschlagen, wiederverwenden und verknüpfen.

Diese Seite zeigt Schritt für Schritt, wie sie funktionieren, wann welche passt und wo vereinfachte Infografiken zu viel versprechen.

Recherche-Stand 15. Oktober 2026 17 Quellen geprüft 33 Begriffe erklärt

Begriffe mit gepunkteter Linie, etwa , erklären sich beim Darüberfahren, Antippen oder per Tastatur.

00 / Die Idee in einer Minute

Stellen Sie sich eine brillante neue Kollegin vor.

Sie formuliert hervorragend und weiß viel über die Welt, kennt aber Ihr Unternehmen nicht: keine Produkte, keine Verträge, keine Kundenfälle. Genau so geht es einem Sprachmodell. Es gibt drei Grundtechniken, ihm Ihr Wissen zugänglich zu machen:

RAG Nachschlagen

Retrieval-Augmented GenerationAntworten, ergänzt um gezielt abgerufenes Wissen

„Sie schlägt bei jeder Frage im Archiv nach und bringt nur die Seiten mit, die wirklich passen.“

Die Frage dahinter
Welche Informationen sind relevant?
Stark bei
große, sich ständig ändernde Bestände
CAG Wiederverwenden

Cache-Augmented GenerationAntworten auf Basis eines vorbereiteten, zwischengespeicherten Kontexts

„Sie hat das Handbuch bereits durchgearbeitet und aufgeschlagen vor sich. Für die nächste Frage muss sie es nicht neu lesen.“

Die Frage dahinter
Welche Vorarbeit kann entfallen?
Stark bei
kleine, stabile Unterlagen mit vielen Wiederholungsfragen
KAG Verknüpfen

Knowledge Augmented GenerationAntworten über strukturiert verknüpftes Wissen

„Sie arbeitet mit einem Organigramm und folgt den Verbindungslinien von Fakt zu Fakt, statt Texte zu durchsuchen.“

Die Frage dahinter
Wie hängen die Fakten zusammen?
Stark bei
Abhängigkeiten, Zuständigkeiten und Fachregeln
Die wichtigste Klarstellung

Keiner der drei Wege bringt dem Modell etwas dauerhaft bei. Das Wissen liegt nur für die jeweilige Antwort auf dem Tisch, die bleiben unverändert. Dauerhaft „lernen“ würde das Modell erst durch Training (). Und die drei Wege schließen sich nicht aus: Suche, , Caching und strukturierte Daten lassen sich kombinieren. [1] [3]

Wann sich echtes Training lohnt: CYOM-Guide →
01 / Ausprobieren

Eine Frage. Vier Wege.

Wechseln Sie die Methode und gehen Sie den Ablauf Schritt für Schritt durch. Alle Varianten arbeiten mit denselben drei Quellen, von denen nur zwei relevant sind.

Erst suchen, dann antworten.

Eine Suche wählt die passenden Textstellen aus. Ein kann die Treffer nachsortieren; das Modell formuliert daraus die Antwort.

Im AlltagWie eine Kollegin, die vor jeder Antwort kurz im Archiv nachschlägt.

Suche & Auswahl
Beispielfrage Welches Team ist für das Produkt Atlas zuständig?
Wissensbasis
  • Quelle A · Produktregister indexiert Atlas gehört zum Bereich Nord.
  • Quelle B · Organigramm indexiert Team Blau betreut den Bereich Nord.
  • Quelle C · anderes Thema indexiert Die Kantine öffnet um 12 Uhr.
Suche & Auswahl
Suchindex bereit
Wortsuche · Bedeutung · Filter
Antwort
Wissen wird vorbereitet Die Antwort erscheint im letzten Schritt.
Schritt 1 von 4

Vorab werden die Dokumente durchsuchbar gemacht: in Abschnitte zerlegt, nach Wörtern indexiert und als gespeichert, also als „Bedeutungs-Fingerabdrücke“. Dazu kommen wie Datum oder Abteilung.

Illustrative Simulation · keine echte Modellantwort · keine gemessenen Geschwindigkeiten · Grundlage: [4] · [5]

Worauf es ankommtEine Frage mit mehreren Schritten braucht mehrere passende Belege. Die findet man über Textsuche, langen Kontext, Werkzeuge oder einen Graphen; ein ist dafür keine Pflicht. [5]

02 / Vergleich

Was macht welcher Baustein?

„Gut geeignet, wenn …“ ist ehrlicher als ein pauschales „das Beste für“. Am Ende entscheidet die Aufgabe.

Retrieval-Augmented Generation

Wissen bei Bedarf suchen.

So funktioniert's
  1. 1Quellen erschließen
  2. 2gezielt suchen
  3. 3Treffer ordnen
  4. 4mit Belegen antworten
Gut geeignet, wenn

Der Bestand ist groß oder ändert sich oft. Die Suche kann Wörter, Bedeutung, und Werkzeuge nutzen.

Typische Frage

„Welche Änderung steht in der neuesten Produktdokumentation?“

AchtungFehlende Treffer, veraltete Quellen und falsche Schlüsse bleiben möglich. [4]

Cache-Augmented Generation, hier nach Chan et al.

Vorbereiteten Kontext wiederverwenden.

So funktioniert's
  1. 1begrenzte Wissensbasis vorladen
  2. 2Vorarbeit speichern (KV-Cache)
  3. 3Folgefragen darauf aufsetzen
Gut geeignet, wenn

Viele Fragen beziehen sich auf einen stabilen Bestand, der komplett ins passt.

Typische Frage

„Beantworte viele Fragen zu diesem unveränderten Handbuch.“

Achtung sparen das Einlesen. Neue Fragen und Antworten kosten weiterhin Rechenzeit. [1] [3]

Knowledge Augmented Generation, hier das KAG-Framework

Fakten strukturiert verknüpfen.

So funktioniert's
  1. 1Graph und Text verbinden
  2. 2Frage in Teilschritte zerlegen
  3. 3Suche, Regeln und Schlüsse kombinieren
Gut geeignet, wenn

Es zählen fachliche Beziehungen, Regeln, Fristen oder Mengen, und die Datenstruktur wird verlässlich gepflegt.

Typische Frage

„Welche Produkte hängen über Lieferanten von diesem Bauteil ab?“

AchtungFalsch erfasste Knoten, Beziehungen oder Regeln verfälschen die Antwort. Die Struktur braucht Pflege. [2]

Auf einen Blick

Typische Tendenzen, keine Messwerte
RAG CAG KAG
Wann wird gearbeitet? Bei jeder Frage wird gesucht. Einmal vorab, danach wird wiederverwendet. Vorab wird Struktur aufgebaut, bei der Frage werden Pfade verfolgt.
Wie viel Wissen? Praktisch beliebig viel; gelesen wird nur der gefundene Ausschnitt. Nur so viel, wie ins Kontextfenster passt und dort gut genutzt wird. So viel, wie sich sauber strukturieren und pflegen lässt.
Wenn sich etwas ändert Index aktualisieren, die nächste Frage sieht den neuen Stand. Vorbereiteten Kontext neu aufbauen. Knoten und Beziehungen nachpflegen.
Typische Fehlerquelle Der entscheidende Beleg wird nicht gefunden. Ein Detail geht im langen Kontext unter. Eine Beziehung ist falsch erfasst.
Aufwand vorab eher mittel: Index, Embeddings, Metadaten eher gering: einmal vorladen, Cache vorhalten eher hoch: Fakten extrahieren, modellieren, pflegen

Die drei Begriffe sind nicht gleichrangig: ist eine breite Familie von Verfahren, meint hier eine konkrete Vorlade- und Cache-Strategie, ein bestimmtes Framework. und KAG sind verwandt, aber nicht dasselbe. [7]

03 / Missverständnisse

Anschaulich. Aber oft zu absolut.

Viele Infografiken stellen RAG, CAG und KAG als drei konkurrierende Lösungen dar. Die Grundideen stimmen, die Grenzen dazwischen nicht ganz. Und bei Tempo und Verlässlichkeit wird oft mehr versprochen, als die Forschung belegt.

6 verbreitete Aussagen im Faktencheck

Mythos „RAG, CAG und KAG bringen dem Modell neues Wissen bei.“
Richtig ist

Im Alltag verständlich, aber ungenau. Die drei Wege legen dem Modell Wissen für die aktuelle Aufgabe vor, wie Unterlagen auf dem Schreibtisch. Gewöhnliche Suche und ändern die nicht. Nur das umfassendere KAG-Framework kann zusätzlich Modelltraining enthalten. [1] [2]

Mythos „RAG heißt: Text zerschneiden, Embeddings bilden, ähnlichste Stücke holen.“
Richtig ist

Das ist nur die einfachste Variante. Gute kombinieren (findet exakte Produktnummern und Fachbegriffe), , Filter und . Wer jedem Textabschnitt etwas Kontext mitgibt, verhindert, dass beim Zerschneiden der Sinn verloren geht. [4]

Mythos „CAG speichert die Antwort und antwortet sofort.“
Richtig ist

Gespeichert wird die Vorarbeit des Modells zum Text (), keine fertige Antwort. Das spart das erneute Einlesen eines gleichbleibenden . Die neue Frage und die Antwort werden weiterhin berechnet. Cache-Laufzeiten, Änderungen am Text und Anbieterregeln bestimmen, wie viel das bringt. [3]

Mythos „Wenn alles ins Kontextfenster passt, ist CAG immer die beste Wahl.“
Richtig ist

Ein großes heißt nicht, dass das Modell jedes Detail darin zuverlässig nutzt. Ebenso zählen: Wie oft wird dieselbe Grundlage abgefragt? Wie gut ist der Text? Was kosten Speicher und Antworten? Schon das CAG-Paper beschränkt sich bewusst auf überschaubare Wissensbestände. [1] [6]

Mythos „Fragen mit mehreren Denkschritten brauchen KAG.“
Richtig ist

Mehrstufige Fragen gehen auch ohne : Ein kann die Frage zerlegen, fehlende Fakten nachschlagen und Belege zusammenführen. KAG lohnt sich vor allem, wenn ausdrückliche Beziehungen und Fachregeln den Pflegeaufwand rechtfertigen. [2] [5]

Mythos „Ein Graph liefert nachvollziehbare und damit richtige Antworten.“
Richtig ist

Ein sichtbarer Pfad zeigt, wie die Antwort zustande kam. Er beweist aber weder, dass die Ausgangsfakten stimmen, noch, dass der Schluss korrekt ist. Quellenbelege und belastbare bleiben Pflicht, und Graph-Varianten unterscheiden sich stark im Aufbauaufwand. [7] [9]

04 / Entscheidungshilfe

Was soll Ihr System können?

Drei Fragen, ein begründeter Startpunkt. Die Empfehlung passt sich sofort an, wenn Sie eine Antwort ändern.

01 Wie groß ist das Wissen, um das es geht?
02 Wie oft ändert es sich?
03 Welche Fragen kommen am häufigsten?
Sinnvoller Startpunkt

Hybrides RAG als Ausgangspunkt

Ein großer Bestand wird gezielt durchsucht. Kombinieren Sie Wortsuche und Bedeutungssuche, nutzen Sie Metadaten und prüfen Sie, ob Reranking den Abruf verbessert.

  1. hybrid suchen
  2. Treffer ordnen
  3. belegt antworten
Beteiligte Bausteine
  • beteiligt: Suche (RAG)
  • nicht beteiligt: Kontext & Cache
  • nicht beteiligt: Struktur (Graph/KAG)
  • nicht beteiligt: Agentische Schritte
  • nicht beteiligt: SQL / APIs
  • nicht beteiligt: Gedächtnis

Worauf achtenIndex und Quellen zeitnah aktualisieren und den Quellenstand im Ergebnis sichtbar machen.

Vor der Entscheidung messen
  • Findet das System die richtigen Belege, und passt die Antwort zu ihnen?
  • Sagt es ehrlich „weiß ich nicht“, wenn Fakten fehlen?
  • Ist der Wissensstand aktuell?
  • Was kostet eine erfolgreiche Antwort?
  • Wie schnell erscheint das erste Wort, und wie lange dauert die ganze Antwort?
  • Wie viel Aufwand machen Index und Pflege?

Am besten mit eigenen, typischen Fragen, gleicher Datenbasis und vergleichbarem Budget testen. [9]

Redaktionelle Faustregel als begründeter Startpunkt, kein gemessener Benchmark.

05 / Werkzeugkasten

Mehr als drei Bausteine.

RAG, CAG und KAG sind nur ein Ausschnitt. Kein Verfahren ist überall das beste; diese Methoden sind sinnvolle Kandidaten, je nach Daten, Aufgabe und Budget.

01 Praktische Basis

Hybride Suche mit Kontext

Wortsuche und kombinieren, jedem Textabschnitt etwas Kontext mitgeben, Treffer filtern und nachsortieren. Das ist der Maßstab, an dem sich aufwendigere Systeme messen lassen müssen.

Passt zuDokumentenwissen, Fachsprache, Artikel- und Produktnummern [4]

02 Direkter Kontext

Langer Kontext + Prompt-Caching

Relevante Dokumente direkt mitgeben und den immer gleichen Anfang cachen, wo der Anbieter das unterstützt. Merksatz: Langer Kontext ist die Strategie, die Spartechnik.

Passt zubegrenzte, oft wiederverwendete Unterlagen [3]

03 Struktur & Beziehungen

GraphRAG, KAG & Graph-Varianten

Beziehungen gezielt erschließen oder die großen Themen eines Bestands finden. Die Graph-Methode muss zur Frage passen: Regeln prüfen ist etwas anderes, als einen Bestand zusammenzufassen.

Passt zuAbhängigkeiten, Fachregeln, vernetzte Bestände [2] [7]

04 Adaptive Recherche

Agentisches Retrieval

Das System bildet Teilfragen, sucht mehrfach und prüft, welche Belege noch fehlen. Jeder zusätzliche Schritt kostet und kann neue Fehler einführen, deshalb gehören feste Abbruchregeln dazu.

Passt zuoffene Recherchen über mehrere Quellen [5]

05 Exakte Operationen

SQL, APIs & Rechenwerkzeuge

Für Summen, Filter und aktuelle Systemwerte rechnet nicht das Sprachmodell, sondern ein Werkzeug. Das Modell übersetzt nur die Frage in eine Abfrage; Schema und Abfrage müssen stimmen.

Passt zuBestände, Summen, Zeiträume, Systemdaten [6]

06 Kontinuität

Gedächtnis & Fallverläufe

Wichtige Notizen oder Fallstände über Sitzungen hinweg aufbewahren und gezielt wieder abrufen. Das ist etwas anderes als Caching: Veraltetes und Widersprüchliches muss aktiv gepflegt werden.

Passt zulänger laufende Aufgaben, Supportfälle [8] [12]

07 Gezielt kombinieren

Routing, Cache-Reuse & Evaluation

Einfache Fragen einfach beantworten, nur bei Bedarf Suche oder weitere Schritte zuschalten. Such- und Formulierungsfehler getrennt untersuchen. Einzelne Cache-Abschnitte wiederzuverwenden ist deutlich anspruchsvoller als normales Prefix-Caching.

Passt zugemischte Aufgaben, hohes Anfragevolumen [9] [10]

08 Forschungsrichtung

Gelernte Speicher & Fine-Tuning

Wissen kann auch in trainierten Zwischenspeichern oder direkt in den Modellparametern abgelegt werden. Das hat eigene Kosten für Training, Speicher und Qualität und ist kein gewöhnliches Prompt-Caching.

Passt zugezielte Fachanpassung, wenn Tests den Bedarf belegen [11]

Neuer Ansatz im Realitätscheck

Ergibt OXID-DB Sinn?

Closed Beta · Research Preview

Die Idee ist plausibel.

Laut Anbieter verbindet eine gemeinsame ID je Objekt drei Dinge: ein Regelwerk (), die Dokumentdaten und den . Die Abfragesprache OxQL kombiniert logische Bedingungen mit Ähnlichkeitssuche. [15]

„Finde ähnliche Bauteile, aber nur solche, die nach meinen Regeln zur zulässigen Produktklasse gehören.“

Einordnung: , ein möglicher Baustein für RAG oder KAG. Caching bleibt eine separate Ergänzung.

Die Belege sind noch begrenzt.

  • Die technische Referenz beschreibt genau eine Abfragevariable und keine Verknüpfungen über mehrere Variablen. Komplexe Pfade brauchen deshalb mehrere Schritte. [15]
  • Der eigene Banking77-Test meldet 84,9 % Intent-Genauigkeit. Die oft zitierten 97 % gelten nur für gröbere Weiterleitungs-Kategorien und nur für die angenommenen Fälle; 8 % werden an Menschen weitergereicht. Kein kontrollierter Vergleich mit Jev. [16]
  • Im Doom-Versuch wird eine einfache nicht übertroffen. Der Autor nennt selbst technische Grenzen. [17]

Urteil

Sinnvoll für einen gezielten Pilot, noch kein belegter allgemeiner Vorsprung.

In den geprüften öffentlichen Unterlagen fand sich keine unabhängige und kein verlinkter, vollständiger Code zum Nachrechnen. Die Demo zeigt einen funktionierenden Suchpfad; sie belegt weder Produktionsreife noch einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber starken .

So sähe ein aussagekräftiger Pilot aus

  1. 1

    Gleiche Daten, Embeddings, Regeln und Fragen verwenden.

  2. 2

    Gegen Hybrid-RAG mit Reranker, Vektorsuche mit Filtern und Vektorsuche plus einfacher Regelkomponente antreten lassen.

  3. 3

    Belegabruf, Regelverletzungen, korrekte Antworten und ehrliche gemeinsam messen.

  4. 4

    Aktualisierungskosten, , parallele Zugriffe und das Zurücknehmen falscher Fakten prüfen.

  5. 5

    Absichtlich Extraktionsfehler einbauen: Logisch korrektes Schließen aus falschen Fakten bleibt sachlich falsch.

Die Testempfehlung ist unsere Synthese. Produktstatus laut Anbieter; Anbieterunterlagen abgerufen am 15.10.2026: OxQL · Sensory · Surface · Produktstatus

06 / Forschung & Quellen

Aktuell. Und eingeordnet.

Jede Quelle mit Kernaussage und ehrlicher Einordnung. Die neuesten aufgenommenen arXiv-Arbeiten stammen vom 6. und 9. Oktober 2026; ältere Originalarbeiten erklären die Begriffe.

17 von 17 Quellen
  1. [1] WWW 2025 · Kurzbeitrag 20.12.2024 · v2 23.02.2025
    National Chengchi University · Academia Sinica

    CAG: Vorladen statt bei jeder Frage suchen

    Don't Do RAG: When Cache-Augmented Generation is All You Need for Knowledge Tasks

    Definiert die hier verwendete CAG-Variante: eine begrenzte Wissensbasis einmal vorladen und ihre Rechenzustände (KV-Cache) für weitere Fragen nutzen.

    EinordnungGetestet mit Llama 3.1 8B, verkleinerten SQuAD- und HotpotQA-Beständen und einfachen Such-Vergleichssystemen. Kein Beleg, dass CAG modernes RAG generell übertrifft.

    Primärquelle lesen
  2. [2] arXiv · Framework-Paper 10.09.2024 · v3 26.09.2024
    Liang et al. · Ant Group / OpenSPG

    KAG: Graph, Text und fachliche Operationen verbinden

    KAG: Boosting LLMs in Professional Domains via Knowledge Augmented Generation

    Verknüpft Wissensgraphen mit Originaltext, Vektorsuche und einer durch logische Formen gesteuerten Verarbeitung. Das Framework umfasst auch das Verbessern der Modellfähigkeiten selbst.

    EinordnungDie berichteten Gewinne gelten für die untersuchten Aufgaben. Explizite Struktur ersetzt keine Faktenprüfung und ist nicht für jede Frage nötig.

    Primärquelle lesen
  3. [3] Laufende technische Dokumentation abgerufen 15.10.2026
    OpenAI

    Prompt-Caching: Was tatsächlich wiederverwendet wird

    Prompt caching

    Dokumentiert, dass bereits berechnete Zustände eines übereinstimmenden Anfangs (Präfix) wiederverwendet werden. Neue Eingaben und die Antwort werden weiterhin verarbeitet.

    EinordnungKeine neue Publikation, sondern laufende Doku. Wie lange ein Cache gilt, welche Modelle ihn unterstützen und was er kostet, regelt jeder Anbieter anders.

    Primärquelle lesen
  4. [4] Engineering-Bericht 19.09.2024
    Anthropic

    Contextual Retrieval: mehr als Vektorsuche

    Introducing Contextual Retrieval

    Kombiniert Kontext je Textabschnitt, Wortsuche (BM25), Bedeutungssuche und Reranking. Die gemeldete Fehlerrate beim Abruf der Top-20-Treffer sinkt von 5,7 % auf 1,9 %.

    EinordnungDas betrifft den Abruf in Anthropics Experimenten, nicht eine allgemeine Verbesserung der Antwortgenauigkeit um 67 %.

    Primärquelle lesen
  5. [5] Forschungs- und Produktbericht 05.06.2026
    Google Research

    Agentic RAG: nachsuchen, bis genug Belege da sind

    Unlocking dependable responses with Gemini Enterprise Agent Platform's Agentic RAG

    Zerlegt Fragen, wählt Quellen, sucht und prüft die Beleglage in Schleifen. Google berichtet 90,1 % korrekte Antworten im eigenen Versuch über mehrere Wissensbestände (FramesQA).

    Einordnung824 Fragen, 2.676 PDFs plus Ablenkungsbestände, bewertet von einem Sprachmodell. Kein allgemeiner Genauigkeitswert und kein Beleg für Vorteile bei jeder Aufgabe.

    Primärquelle lesen
  6. [6] Engineering-Bericht 29.09.2025
    Anthropic

    Kontext gezielt gestalten statt nur vergrößern

    Effective context engineering for AI agents

    Empfiehlt gezieltes Nachladen, hybride Kontextstrategien, Verdichtung und dauerhafte Notizen. Nicht alles, was ins Kontextfenster passt, wird gleich gut genutzt: Je voller es wird, desto leichter gehen Details unter.

    EinordnungPraxisbericht. Mehr Erkundung kostet Zeit; zu starkes Verdichten kann entscheidende Informationen entfernen.

    Primärquelle lesen
  7. [7] Forschungsbericht 25.11.2024 · Update 06.06.2025
    Microsoft Research

    LazyGraphRAG: aufwendige Arbeit erst bei Bedarf

    LazyGraphRAG: Setting a new standard for quality and cost

    Verlagert teure Vorverarbeitung in den Moment der Anfrage und beantwortet auch globale Fragen über einen ganzen Bestand. Graph-Ansätze haben sehr unterschiedliche Kostenprofile.

    EinordnungVergleiche hängen von Konfiguration und Datensatz ab. Nicht jeder Graph-Ansatz braucht dieselbe teure Vorberechnung; GraphRAG ist nicht dasselbe wie KAG.

    Primärquelle lesen
  8. [8] Forschungs- und Produktbericht 04.06.2026
    OpenAI

    Dreaming: Erinnerungen über Sitzungen hinweg pflegen

    Hintergrundprozesse fassen relevante Erinnerungen aus dem Gesprächsverlauf zusammen. Ein Beispiel für dauerhaftes Gedächtnis als eigenen Baustein neben Suche und Caching.

    EinordnungPersönliche Kontinuität ist eine andere Aufgabe als Unternehmenssuche. Produktbeschreibung, kein unabhängiger Methodenvergleich.

    Primärquelle lesen
  9. [9] arXiv · Workshop-Annahme laut Autoren 06.10.2026
    ETH Zürich · Agentic Systems Lab

    Agentic AutoRAG: die Pipeline gezielt optimieren

    Agentic AutoRAG: RAG Pipeline Optimization through Reasoning-Driven Agents

    Ein Optimierungs-Agent trennt Such- von Formulierungsfehlern und sucht nach günstigen Einstellungen. Das stützt die Idee, die Auswahl anhand eigener Tests zu treffen.

    EinordnungAgentisch ist hier nur der Optimierer; die getestete Pipeline sucht einmalig. Bewertung durch ein Sprachmodell und unvollständige Betriebskosten begrenzen die Aussage.

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  10. [10] arXiv · Preprint 09.10.2026
    Kioxia Corporation

    KV-Repurpose: Cache-Wiederverwendung jenseits gleicher Anfänge

    KV-Repurpose: A Testbed for Evaluating Non-Prefix KV-Cache Reuse

    Testet, ob separat gecachte Abschnitte wiederverwendet werden können. Im untersuchten Lastprofil steigt die Cache-Trefferrate, und die Zeit bis zum ersten Token sinkt.

    EinordnungEin Modell, kontrollierte Lastprofile. Naives Wiederverwenden einzelner Abschnitte schwächelt, wenn über mehrere Dokumente hinweg geschlossen werden muss.

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  11. [11] arXiv · Preprint 15.09.2026
    Amazon AGI

    Wo sollte ein Dokument „wohnen“?

    Where Should a Document Live: Context, Representations, or Parameters?

    Vergleicht drei Ablageorte für Wissen (Kontext, trainierte KV-Repräsentationen, angepasste Modellparameter) auf fünf Wissens-Benchmarks. Jede Option hat andere Kosten für Qualität, Speicher und Anpassung.

    EinordnungNur Qwen3-8B und Gemma-3-12B, kein universeller Sieger. Gelernte „Cartridges“ sind kein normales Prompt-Caching und zeigen Einbußen bei Kontrollaufgaben.

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  12. [12] arXiv · EMNLP Industry laut Autoren 17.09.2026
    Microsoft

    RAFT: nach passenden Fallständen suchen

    RAFT: A Stateful Retrieval-Augmented Framework for Troubleshooting Agents

    Erschließt historische Supportfälle als zeitliche Abfolge. Die Suche nach Zwischenständen verbessert im untersuchten Aufbau den Fallabruf gegenüber RAG- und GraphRAG-Vergleichssystemen.

    EinordnungSynthetischer Haupttest plus kleine reale Ergänzung. Misst den Abruf, nicht ob Probleme tatsächlich gelöst werden. Nicht zu verwechseln mit „Retrieval-Augmented Fine-Tuning“, das ebenfalls RAFT heißt.

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  13. [13] arXiv · Preprint 10.09.2026
    Renmin University · Fudan University u. a.

    VikingRAG: Dokumentstruktur und adaptive Suche

    VikingRAG: Accurate and Token-efficient Retrieval-augmented Generation over Structured Documents

    Verbindet Dokumenthierarchien, Bedeutungssuche, eine Prüfung fehlender Belege und das Wiederverwenden erfolgreicher Suchpfade. Interessant als Ergänzung zur reinen Ähnlichkeitssuche.

    EinordnungGemeldete Token-Einsparungen gelten gegenüber ausgewählten Vergleichssystemen. Der Vorbereitungsaufwand für historische Fragen fehlt in den Abfragekosten der stärkeren Variante.

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  14. [14] arXiv · Preprint 07.08.2026
    UC Santa Barbara · Hanbat National University

    CoinRAG: Suche und KV-Cache gemeinsam nutzen

    CoinRAG: Contextualized Information Nugget KV Cache Reuse for Long-Context RAG

    Sucht kleine Informationseinheiten und verwendet deren vorberechnete Zustände direkt. Ein aktueller Beleg dafür, dass RAG und Caching kombinierbar sind.

    EinordnungBraucht Offline-Vorverarbeitung, Speicher und spezielles Fine-Tuning. Am besten für selten veränderte Dokumente; dass getrennt verarbeitete Teile nicht aufeinander Bezug nehmen, begrenzt den Einsatz.

    Primärquelle lesen
  15. [15] Anbieter-Dokumentation undatiert · abgerufen 15.10.2026
    Oxid-DB · früher Forschungsstand

    OxQL: logische Bedingungen plus Ähnlichkeitssuche

    OxQL query language

    Beschreibt Ontologie-Klassifikation und Vektorsuche mit gemeinsamen IDs. Dokumentiert unter anderem genau eine Abfragevariable, keine Joins über mehrere Variablen und den Umgang mit unterschiedlich selektiven Filtern.

    EinordnungAnbieterquelle. Breite Filter können auf überabgerufenen Kandidaten arbeiten; das relativiert pauschale Werbeaussagen gegen nachträgliches Filtern.

    Primärquelle lesen
  16. [16] Eigenexperiment des Anbieters September 2026
    Oxid-DB · Blog

    Banking77: Intent- ist nicht gleich Queue-Genauigkeit

    Same Benchmark as Jev. Every Decision Names Its Rule.

    Few-shot-Test auf 3.080 Nachrichten: 84,9 % Intent-Genauigkeit, 8 % an Menschen weitergereicht. Unter den angenommenen Fällen: 88,4 % Intent- und 97 % (gröbere) Queue-Genauigkeit.

    EinordnungKein kontrollierter Vergleich mit Jev. Isoliert keinen Vorteil der Datenbank gegenüber derselben Klassifikation mit einfacher Regellogik.

    Primärquelle lesen
  17. [17] Eigenexperiment des Anbieters September 2026
    Oxid-DB · Blog

    Oxid plays Doom: transparente Grenzen statt Siegesnachweis

    Oxid Plays Doom

    Zeigt bearbeitbare, nachvollziehbare Entscheidungen, meldet aber keinen Sieg über eine einfache Heuristik. Vektor-Erinnerungen steuern die Entscheidungen hier nicht.

    EinordnungKleines Experiment mit drei Episoden je Konfiguration. Der Autor nennt selbst Grenzen, unter anderem globale Klassifikation, keine schrittweise Rücknahme und Probleme bei parallelen Zugriffen.

    Primärquelle lesen

LeseschlüsselEine Veröffentlichung auf ist noch keine Begutachtung durch Fachkollegen; eine im Paper genannte Konferenz-Annahme ist gesondert vermerkt. Laborberichte und Produktdokumentation sind Primärquellen für die jeweilige Methode, aber kein unabhängiger Wirksamkeitsnachweis. Veröffentlichungs- und Abrufdatum stehen getrennt.

Erst die Frage verstehen.
Dann die Bausteine wählen.

Für viele Anwendungen ist eine Kombination der beste Startpunkt: aktuelle Belege suchen, wiederkehrenden Kontext cachen und Struktur oder zusätzliche Suchschritte dort einsetzen, wo sie nachweislich helfen.

Recherche-Stand 15. Oktober 2026 · Quellen geprüft am 16. Oktober 2026 · Redaktionelle Aufbereitung, keine Anbieterbindung.